Natürliche Indigo-Färbung dank Färberpastell

Zweck

Ein gross angelegtes, unternehmensübergreifendes Projekt, bei dem es gelungen ist, natürliches Indigopulver von hervorragender Qualität herzustellen, das ausschliesslich auf pflanzlicher Basis basiert.

Partner

La plante isatis tinctoria pousse couramment en Valais.

In den zehn Jahren der Zusammenarbeit zwischen PhytoArk und Mediplant konnten zahlreiche konkrete Projekte entwickelt werden. Dazu gehört auch „Indigo“. Das natürliche Indigopigment lässt sich aus einer im Kanton Wallis heimischen Pflanze, Isatis tinctoria L., auch „Färberwaid“ genannt, gewinnen. Überzeugt von der Notwendigkeit, Textilfarbstoffe umweltfreundlicher zu gestalten, und mit dem Wunsch, an dieser Initiative bzw. diesem Fortschritt mitzuwirken, konnte Mediplant dank der Unterstützung der Stiftung The Ark im Jahr 2020 seine Forschungen zu natürlichem Indigo aufnehmen, in Zusammenarbeit mit der eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope Conthey und dem Unternehmen RedElec Technologie (Riddes). „Nach drei Jahren der Prozessoptimierung sind wir heute in der Lage, natürliches Indigopulver von sehr hoher Qualität herzustellen“, erklärt Audrey Kuhn, Business Developer bei Mediplant.

Für Mediplant bietet dieses Projekt seit Anfang 2023 die Möglichkeit, ihre Forschungen zu Färbepflanzen fortzusetzen und zu vertiefen, indem sie am von Interreg unterstützten europäischen Projekt AlpTextyles teilnehmen. Ziel dieses Projekts ist die Schaffung einer nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Textilindustrie sowie eines entsprechenden Konsumverhaltens, insbesondere durch die Weitergabe der überlieferten Textiltraditionen des Alpenraums. „Meine Aufgabe besteht insbesondere darin, eine Literaturrecherche zu den Textiltraditionen und speziell zu den Färbepflanzen im Wallis durchzuführen, als Grundlage für die Entwicklung natürlicher Pigmente im Labor von Mediplant. Anschließend müssen die Ergebnisse präsentiert und gemeinsam mit den zwölf europäischen Projektpartnern weiterentwickelt werden.“

„Diese Projekte sind bemerkenswerte Initiativen, bei denen der Umweltschutz und die nachhaltige Entwicklung im Mittelpunkt stehen. Sie sind hervorragende Mittel, um die Arbeit von Mediplant in der Schweiz und über die Landesgrenzen hinaus voranzubringen und bekannt zu machen“, fügt Audrey Kuhn hinzu.

Der natürliche pflanzliche Inhaltsstoff – sei es ein kosmetischer Wirkstoff, ein Arzneimittelwirkstoff oder ein Pigment – muss fachmännisch aus den Pflanzen gewonnen werden. Die Technologieplattform von PhytoArk ist hierfür das unverzichtbare Werkzeug. Mit dem Know-how und den Kompetenzen von Mediplant zur Bedienung dieser Plattform sind die technischen und wissenschaftlichen Voraussetzungen gegeben, um F&E-Projekte erfolgreich durchzuführen – von der Entwicklung im Labor bis hin zur Produktion im vorindustriellen Maßstab.

La poudre d'indigo est issue à partir de la plante isatis tinctoria et peut donner différentes intensité de teintes.

Isatis tinctoria: Eine Pflanze mit vielfältigen Vorzügen im Fokus

PhytoArk hat es sich zur Aufgabe gemacht, alpine Pflanzen und natürliche Inhaltsstoffe zu fördern. Unter den Pflanzen gehört Isatis tinctoria zu den Favoriten von Audrey Kuhn. Sie erzählt uns mehr darüber.

Die Färberwaid (wissenschaftlicher Name: Isatis tinctoria) ist eine Wildpflanze, die im Wallis an Straßenrändern und in Weinbergen wächst. „Sie ist eine der ersten Pflanzen, die im Frühjahr blüht. Ihre Blüten sind gelb. Sie kann nur bei uns im Rhonetal gedeihen, da sie ein trockenes und warmes Klima benötigt“, betont Audrey Kuhn. Im Mittelalter und in der Renaissance wurde sie in Europa in großem Umfang für die Herstellung von Indigofarbstoff angebaut. „Ohne unser Herstellungsverfahren preiszugeben, das vertraulich bleibt, können wir sagen, dass wir für die Indigoproduktion die oberirdischen Teile der Pflanze ernten.“

Sie ist jedoch nicht nur eine Quelle für das blaue Pigment, sondern wurde bereits von den Griechen und Römern der Antike als Heilpflanze genutzt. Das überrascht mich kaum, denn wie jede polyphenolreiche Pflanze verfügt sie mit Sicherheit über interessante medizinische Eigenschaften. Als Beispiel sei hier der griechische Arzt und Pharmakologe Dioskurides (1. Jahrhundert), der die Blätter als Umschläge zur Behandlung von Wunden, Verletzungen, Ödemen und Tumoren verschrieb (wundheilende, antiseptische und blutstillende Wirkung), oder die Tatsache, dass sie im 18. Jahrhundert als Abkochung gegen Milzerkrankungen und als Mittel gegen Skorbut eingesetzt wurde. Darüber hinaus besitzt sie auch fungizide Eigenschaften.

„Mit dem Ziel, diese Pflanze mit ihrem typisch Walliser Charakter wieder ins Rampenlicht zu rücken und ihren Reichtum zu nutzen, strebt Mediplant den Aufbau einer ökologischen Produktion von hochwertigem natürlichem Indigo an – mithilfe innovativer technologischer Verfahren und unter Gewährleistung der Rückverfolgbarkeit der gesamten Lieferkette“, schließt Audrey Kuhn.

Nach oben scrollen